WIR SIND VIELE – Ein Schülerprotest im Zeichen von Partizipation und Mitbestimmung

Jul 22nd, 2013 | By | Category: Aktuelles, Politik

Die  LandesschülerInnenvereinigung  (LSV)  Bayern  e.V.  unterstützt  die Jugendkampagne WIR SIND VIELE und den damit verbundenen Schülerprotest am 24.7.2013 in München. „WIR  SIND  VIELE  bietet  den  Schülern  eine  Plattform,  die  es  ihnen ermöglicht,  Demokratie,  von  der  sie  sonst  nur  im  Rahmen  des Sozialkundeunterrichts  hören,  praktisch  zu  leben”,  hebt  Julian  Fick, Landesvorstand der LSV, hervor.

Das Team von WIR SIND VIELE hat Schüler aller Schularten zu ihrer Meinung befragt  und  diese  haben  ihre  Sichtweisen  dargelegt.  Dabei  wurde  viel  Kritik laut:  Von  mangelhafter  Medienkompetenz  seitens  der  Lehrer,  über  zu  viele Leistungsabfragen, bis hin zu Chancenungleichheit war alles dabei. All  diese  Probleme  und  Kritikpunkte  sollen  nun  im  Zuge  einer  Demonstration  an  die  Öffentlichkeit  und die Politik herangetragen werden.

Am 24.7.2013 ab 10.30 Uhr in München / Karlsplatz, Stachus wird deshalb ein Schülerprotest stattfinden.  „Wir  begrüßen  diese  Möglichkeit  der  Partizipation  und  hoffen  auf  eine  rege Teilnahme”,  so  Franziska  Bleß,  aktives  Mitglied  der  LSV  und Mitorganisatorin  des  Schülerprotests,  „Wir  Schüler  wollen  endlich  gehört werden!  Es  kann  nicht  sein,  dass  über  unsere  Köpfe  hinweg  Schulpolitik gemacht wird. Wir sind die Betroffenen und WIR SIND VIELE!”

Dass nicht alle Schülerinnen und Schüler der gleichen Meinung sind wie die Kampagne „WIR SIND VIELE“ ist klar, aber dass man in einer Pressemitteilung der bayerischen Landesschülersprecher folgendes lesen muss, verblüfft dann doch und man ist peinlich berührt.
Hier die Pressemitteilung im Wortlaut:
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„Schule schwänzen und ein Konzert als Gegenleistung für politische Instrumentalisierung

Aufgrund des angekündigten „Schülerprotests“ der Kampagne „WIR SIND VIELE“, welche von der Stiftung „Gesellschaft macht Schule“ initiiert wurde, möchten sich die bayerischen Schülervertreter von dieser Aufforderung zum Schule schwänzen distanzieren. Aus Sicht des Landesschülerrats, ist es moralisch fragwürdig, Schülerinnen und Schüler mit einem Konzert zum Schule schwänzen zu locken und dadurch für politische Forderungen zu instrumentalisieren.

MÜNCHEN. Der bereits seit langem für den 24. Juli angekündigte Schülerprotest der Kampagne „WIR SIND VIELE“ stößt bei den bayerischen Schülervertretern auf Widerstand. Aus Sicht der Landesschülersprecher darf es nicht sein, dass hier Schülerinnen und Schüler mit einer fragwürdigen Kampagne und einem Abschlusskonzert zum Schule schwänzen motiviert werden. Realschulvertreter Jonas Rester meint dazu: „Wer propagiert Schülern eine Plattform bieten zu wollen, damit diese sich bildungspolitisch einbringen können, der darf diese nicht zum Schule schwänzen auffordern. Es sollte zu den guten Tugenden eines Demokraten gehören, sich im rechtlichen Rahmen zu bewegen.“ An die Organisatoren dieser Aktion hat der Landesschülerrat eine klare Botschaft: „Die gesetzliche Schulpflicht gilt auch für das Kundtun von politischen Forderungen. Schüler mit Schule schwänzen und einem Konzert zu locken ist völlig unseriös!“

„Da die Kampagne `WIR SIND VIELE‘ als Zielsetzung die Einführung einer Einheitsschule angibt, ist eine Diskussionsplattform von Anfang an ausgeschlossen.“ stellt Fabian Geyer fest. „Wir halten es für nicht akzeptabel, dass Schülerinnen und Schüler auch in einer groß angelegten Facebook – Kampagne zum Schule schwänzen angelockt werden und dann für politisch vorgefertigte Zielsetzungen instrumentalisiert werden sollen.“

Landesschülersprecher Timo Greger fordert: „Entweder man bietet Schülern eine wirkliche Plattform, wo sie ihre Probleme und Forderungen diskutieren können, oder man lässt es ganz!“ Dies funktioniert sehr gut bei den SMV – Gremien, z.B. der bayernweiten Landesschülerkonferenz der Bezirksschülersprecher. Dort treffen Schüler aus allen Bezirken und unterschiedlichen Schularten zusammen und diskutieren ihre Positionen. Timo Greger fügt an: „ Dort werden die unterschiedlichsten Meinungen und Standpunkte ausgetauscht und am Ende einigt man sich, mit manchmal großer und manchmal kleinerer Mehrheit, auf Positionen – beispielsweise wurde jegliche Form einer Einheitsschule mit nur einer Gegenstimme abgelehnt.

Aus Sicht des Landesschülerrats wird die Kampagne als politisches Öffentlichkeitsspektakel aufgezogen und nicht als wirklicher Versuch den Schülern eine Stimme zu geben.

Timo Greger

Pressesprecher“
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Timo Greger

 

Pressesprecher

 

 

 

 

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