Rechtspopulismus – warum? – Teil 1

Und? Wer zahlt's?
Und? Wer zahlt's? - Die Sendereihe über Hintergründe und Zusammenhänge in Wirtschaft und Wirtschaftspolitik (Bild KI-generiert), von und mit Prof. Dr. Dr. Helge Peukert und Ulrich Seibert

Und? Wer zahlt’s?


Gleichwohl – die Realität sieht teilweise bis heute anders aus: Diese unveräußerlichen Rechte galten beispielsweise nicht für Frauen, die in den USA erst nach langen Kämpfen ab 1920 das Wahlrecht erhielten. Sie galten auch nicht für Native Americans oder gar Sklaven. Sie galten ausschließlich für mehr oder weniger christliche weiße Männer (mit einem gewissen Mindest-Einkommen/-Vermögen, wie man hinzufügen könnte). Zwar wurden seitdem viele zivilisatorische Fortschritte erkämpft, doch ist mittlerweile eine Front mit breiter Unterstützung dabei, viele dieser Fortschritte, wie beispielsweise die noch immer nicht vollständig umgesetzte Gleichstellung der Frau, rückabzuwickeln. Ob das hilfreich ist angesichts einer Menschheit, die vor existenziellen Problemen steht (Klimawandel, Ressourcenraubbau, Artensterben, Umweltzerstörung etc.), die, wenn überhaupt, wirklich nur durch globale Zusammenarbeit zwischen allen Ethnien, Hautfarben, Religionen, Geschlechtern etc. noch gelöst werden könnten, darf getrost bezweifelt werden. Statt dessen scheint insbesondere der Westen, allen voran die USA, ganz versessen darauf, ihre Wünsche und Privilegien mit Drohungen und/oder Waffengewalt durchzusetzen. Alles die Schuld von Donald Trump? Damit würde man es sich zu einfach machen. Donald Trump ist das Symptom, nicht die Krankheit! Denn die Krankheit hat weite Teile der Welt erfasst, in denen Donald Trump nicht Präsident ist, man denke an Ungarn, Italien, Russland und – neben vielen anderen natürlich – auch an uns.

Rechtspopulisten sind auch hierzulande längst keine unbedeutende Minderheit mehr und wir haben heute einen Bundeskanzler und eine Bundesregierung, die Forderungen von Rechtsextremen übernimmt und diese damit lieber adelt, anstatt sie zu bekämpfen. Aber … warum sind Rechtsextreme oder Rechtspopulisten heute wieder so stark im Aufwind? Woher kommt dieser Zorn gegen Demokratie und die zivilisatorischen Fortschritte insbesondere der letzten hundert Jahre? Hat das womöglich auch etwas mit unserem Wirtschaftssystem oder der Wirtschaftspolitik in unserem Land oder der EU – oder der Welt – zu tun?

Helge Peukert hat letztes Jahr ein Buch dazu veröffentlicht (Helge Peukert: Rechtspopulismus. Warum? – Eine linksgrüne Streitschrift mit einer Postwachstums-Alternative; Metropolis-Verlag, Marburg, 2025).

Anlass genug, ihn nach seinen Erkenntnissen zu diesen Fragen zu fragen. In Teil 1 (diese Sendung) werden wir auf die Definition von Rechtspopulismus eingehen und die Ursachen ansprechen, die Peukert im Zuge seiner Analyse herausgearbeitet hat. In Teil 2 (am 20. Mai) geht es dann um Aspekte der Sozio- und Evolutionspsychologie, durch die erklärt werden kann, warum Rechtspopulismus solch einen unglaublichen Zulauf finden kann und um die Frage, warum die Postwachstumsökonomie einen Ausweg aufzeigen kann.

Außerdem gibt es natürlich Musik, dieses Mal von der Raffaele Quarta Band, Lynch Mob und War.

Podcast-Version (ohne Musik) der Sendung vom 15.4.2026 – Laufzeit: 44 Minuten
Über Ulrich Seibert 79 Artikel
Redaktion "Die Diktatur des Monetariats"

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