250 Jahre „Wealth of Nations“ von Adam Smith

Und? Wer zahlt's?
Und? Wer zahlt's? - Die Sendereihe über Hintergründe und Zusammenhänge in Wirtschaft und Wirtschaftspolitik (Bild KI-generiert), von und mit Prof. Dr. Dr. Helge Peukert und Ulrich Seibert

Und? Wer zahlt’s?


Adam Smith, dessen Hauptwerk Wealth of Nations – Wohlstand der Nationen – vor 250 Jahren erschienen ist, gilt nicht zu Unrecht als der Vater der Volkswirtschaftslehre, war er doch der erste, der sich mit der Natur des Wirtschaftens beschäftigte. Und noch heute berufen sich insbesondere wirtschaftsliberale Akteure auf ihn und vereinnahmen ihn somit gern und häufig für ihre Sache, die da lautet: „Nur, wenn man die unsichtbare Hand des Marktes walten lässt, ohne (staatlicherseits) einzugreifen, kann man das volle Potenzial der Marktwirtschaft erschließen und somit Wohlstand für alle generieren.“ – Ein Schelm, wer Böses dabei denkt, lassen sich doch ohne jegliche Regulierung Geschäfte einfacher monopolisieren und die Profite ins Unermessliche steigern … und die Vermögen der Kapitaleigner, natürlich (nicht umsonst sind Union, FDP und AfD so für „Bürokratieabbau“, denn das bedeutet – an der richtigen Stelle angesetzt – nichts anderes als Deregulierung, meist zulasten der Gesellschaft).

LORA-Redakteur Ulrich Seibert mit der Bronze-Statue von Adam Smith in Edinburgh
(c) Carola Ertl; der Co-Autor der Sendung vor der Statue von Adam Smith in Edinburgh, Schottland

Dabei werden aber einige Aspekte aber gern unterschlagen: Erstens war Adam Smith ein Philosoph der Aufklärung, die Bezeichnung „Nationalökonom“, die ihm später angehängt wurde, gab es zu seiner Zeit noch gar nicht und seine Philosophie, die er beispielsweise in seinem 17 Jahre zuvor veröffentlichten Werk Theory of Moral Sentiments dargelegt hat, erlaubt es keineswegs, Smith als Marktradikalinski zu deuten. Zweitens konnte Smith den Kapitalismus und seine Auswirkungen zu jener Zeit noch gar nicht analysieren, schlichtweg, weil es den Kapitalismus zu Smiths Zeit noch gar nicht gab, der entwickelte sich erst viele Jahrzehnte später mit Beginn der Industrialisierung. Wealth of Nations war vielmehr als ein Traktat gedacht gegen die Auswüchse des britischen Merkantilismus seiner Zeit.

Prof. Dr. Dr. Helge Peukert gewährt euch Einblicke in die Hintergründe der Entstehung von Wealth of Nations und in die Denkweise und Philosophie von Adam Smith, dessen Werk gleichwohl bahnbrechend war und nicht nur die Grundlagen für die Wirtschaftswissenschaften legte, sondern auch die Basis für unzählige weitere Arbeiten war … darunter die von Karl Marx, auch wenn letzterer – fast 100 Jahre später – auf Basis ähnlicher Überlegungen zu völlig anderen Schlussfolgerungen gelangt ist.

Podcast-Version (ohne Musik) der Sendung „250 Jahre ‚Wealth of Nations‘ von Adam Smith“ vom Mittwoch, 17.6.2026: Laufzeit: 46 min.

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Redaktion "Die Diktatur des Monetariats"