Sendereihe „Demokratie im Gespräch“
Eine Sendung von und mit Ulrich Seibert
Sendung am Montag, 10.08.2026 um 19:00 Uhr.
Wiederholungen: Di., 11.08., 04:00 Uhr und 13:00 Uhr (DAB+ und Livestream), und So., 16.08. um 1:00 Uhr (nur im Livestream)
Gefördert von der Bayerischen Landeszentrale für Neue Medien BLM.

Die Demokratie in Deutschland bröckelt, einerseits durch Extremisten, die sie offen ablehnen und die immer mehr Zulauf erhalten. Demokratie gilt zunehmend als wirtschaftlicher Hemmschuh im Wettbewerb gegen autoritäre Staaten wie Russland oder China. Vielleicht auch deshalb lässt sich andererseits der Trend zu einem immer autoritäreren Staatsmodell erklären, welches insbesondere die Union zu verfolgen scheint – Stichworte: Aushöhlung des Informationsfreiheitsgesetzes, anlasslose Chatüberwachung, flächendeckende Gesichtserkennung (Palantir), zunehmend schärfere Polizeiaufgabengesetze. Nicht zu vergessen, die faktische Abschaffung des Grundrechts auf Asyl, welches aufgrund der Erfahrungen aus dem Nazi-Regime ins Grundgesetz aufgenommen wurde.
Doch die Gefahr für die Demokratie erwächst auch aus sich selbst, wie bereits Platon oder Aristoteles vor etwa 2.400 Jahren erkannt haben. Momentan kann man konstatieren, dass in der Bevölkerung nur wenige Menschen den Eindruck haben, dass sich seit den 90er Jahren auch nur das Geringste zum Besseren entwickelt hat … dafür vieles zum Schlechteren. Ein paar Beispiele gefällig?
- Es scheint in der Bundesregierung (unabhängig davon, welche Partei den Seniorpartner gibt) z.B. nicht das geringste Interesse daran zu herrschen, vermutete Verbrechen (cum-ex oder cum-cum-Geschäfte, nicht zu vergessen Steuerhinterziehungen in der vermuteten Größenordnung von 100 Milliarden Euro) oder Schlampereien und mutmaßliche Kumpaneien wie Maskendeals führender Unionsgranden oder die SMS-Pharma-Deals der Ursula von der Leyen, richtig aufzuklären.
- Die Schere zwischen Arm und Reich öffnet sich ungebremst weiter, dafür wird der Sozialstaat, der jahrzehntelang den gesellschaftlichen Zusammenhalt gewährleistet hat, brutal zusammengekürzt und …
- wir sollen wieder kriegstüchtig werden.
- Weniger Leistung in der Daseinsvorsorge bei immer höheren Kosten, darunter auch bei den Mieten.
- Nicht zu vergessen, unlösbar scheinende Probleme wie der Klimawandel, das Artensterben, die Umweltzerstörung etc., die eine Wirtschaftsministerin Reiche zugunsten ihrer Freunde aus der Gasindustrie einfach mal nonchalant ausblendet.
Wer – außer Kanzler Merz natürlich – wundert sich darüber, dass breite Bevölkerungsschichten sich angepisst fühlen und einen echten Politikwechsel wollen … notfalls offenbar gegen die Demokratie, in der solche Missstände offensichtlich nicht angegangen werden und in der wählen gehen schon sehr lange keinen spürbaren Politikwechsel mehr mit sich gebracht hat …
Die Demokratie bröckelt – weil sie erklärte Feinde hat und auch aus sich selbst heraus. Dagegen regt sich Widerstand.



Am Beispiel des „Bündnis Demokratie FFB“ wollen wir uns ansehen, was solche Initiativen bewirken können … oder wollen … und wo diese wie ansetzen. Natürlich bleibt die Frage: Wird das reichen …?
Meine Gesprächspartner*Innen bei diesen schwierigen Fragen sind Susanne Pütz und Matthias Kast vom Bündnis Demokratie FFB.
Außerdem gibt es natürlich Musik, dieses Mal ausschließlich aus lokaler Provenienz, nämlich von Brainscha, Full Device und Gönnosaurus Flex (nicht in der Podcast-Version!).
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