Die Bedeutung der Kirchen in Zeiten des Rechtsrucks
Mittwoch, 26. August 2026, 21:00 Uhr
Wiederholungen:
– Do., 27.8., 06:00 Uhr und 15:00 Uhr (DAB+ & Internet-Stream)
– Sa., 29.8., 20:00 Uhr (Internet-Stream)
– So., 30.8., 11:00 Uhr (Internet-Stream)
Ein wesentliches Identifikationsmerkmal des sogenannten „Westens“ ist seine Verbundenheit mit der Philosophie des griechischen (und römischen) Altertums und dem Christentum und den darin verankerten Werten. Diese Werte haben in Verbindung mit den Erfahrungen aus dem Nationalsozialismus zu einem Grundgesetz geführt, das auf den christlichen Werten, zumindest auf dem Gedanken der Gleichwertigkeit der Menschen, aufbaut und Demokratie und Rechtsstaatlichkeit vorschreibt.
Doch beides ist in akuter Gefahr! Einerseits wollen erklärte blau-braune Feinde der Demokratie diese schleifen, um ungehindert ihre völkische und rassistische Agenda verfolgen zu können. Andererseits arbeiten auch erklärt demokratische Kräfte offen daran, Bürgerrechte einzuschränken, den Sozialstaat abzuwickeln (und damit den gesellschaftlichen Zusammenhalt aufzukündigen) und den Militarismus aus der Mottenkiste der Geschichte wiederzubeleben.
Wenn es in Deutschland eine Instanz gibt, die sich in Sachen „Moral“ als oberste Instanz sieht, sind das die Kirchen. Doch leider haben diese in der Vergangenheit teilweise nicht allzu viel Rückgrat bewiesen, wenn es darum ging, sich von faschistischen Regimen zu distanzieren. Andererseits haben aktuell gerade die katholische und die evangelische Kirche bis hinein in die obersten Instanzen, wie nie zuvor deutlich gemacht, was sie von Rechtsextremen halten, nämlich gar nichts.
Wird es dieses Mal also anders laufen? Werden die Kirchen in den grundlegenden moralischen Fragen standhaft bleiben, werden sie weiterhin für Menschenrechte, für Verfolgte, Kranke oder Behinderte einstehen, wenn sich eine offen rechtsextreme Partei anschickt, Regierungspartei zu werden? Oder wird es ihnen wichtiger sein, ihre Institutionen und Privilegien zu erhalten?
Über diese Fragen sprechen Bella und Ulrich Seibert mit dem evangelischen Pfarrer Michael Lorenz (Dietrich-Bonhoeffer-Kirche, Germering, demnächst Versöhnungskirche KZ-Gedenkstätte Dachau) und dem Vorsitzenden des Münchner Katholikenrats Johannes Trischler … und ihr könnt selbstverständlich anrufen und eure Fragen stellen oder eure Gedanken zum Thema beitragen, aber bitte nur in der Live-Erstausstrahlung am 26.8. unter der Telefon-Nummer 089-4895 2305.