Attac kritisiert geplante Aufweichung der Höchstarbeitzeit

Aug 17th, 2017 | By | Category: Aktuelles, Podcasts Aktuell, Politik, Wirtschaft und Soziales

Das globalisierungskritische Netzwerk Attac kritisiert die Bemühung von Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles sowie der neuen Landesregierung in Nordrhein-Westfalen, die gesetzliche Begrenzung der Höchstarbeitszeit und damit den Acht-Stunden-Tag in Deutschland aufzuweichen.
Die Attac-Arbeitsgemeinschaft „ArbeitFairTeilen“ fordert die gesetzliche Arbeitszeit zu reduzieren.
Wir sprachen mit Stephan Krull, Mitglied der AG, über den Vorschlag der Bundesarbeitsministerin.

 

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2 Kommentare
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  1. Warum soll man Partei ergreifen für 8-Std.-Tag: aus einer einstigen Errungenschaft
    der Arbeiterbewegung aus längst vergessenen historischen Episoden des Ringens gegen
    Staat und Kapital gegen die so ziemlich unbegrenzte absolute Ausdehnung der Arbeiter-
    benutzung ist kaum was übrig geblieben: zwar kam es mal dem Interesse des Staates
    als Gesamtverwalter des Kapitalismus entgegen, das die Arbeiterausnutzung nicht flugs
    mit dem tendenziellen Ruin der Arbeiterklasse zusammenzufallen droht; der Auspowerung
    der sog. abhängig Beschäftigten ist die Zahl 8 im Arbeitszeitgesetz kein Hindernis; nichts
    zuletzt das Überstundenwesen belegt es ebenso wie die nicht weniger ungesunde Schicht-
    arbeit; die i n t e n s i v i e r t e Leistungsauspressung, also mehr Arbeitsverausgabung
    in geg. Zeit, war schon immer das Mittel der Wahl von Seiten der Kapitaleigner. Flexible
    Arbeitszeiten mit dem Wechsel von Unterarbeit und Überarbeit je nach Geschäftsbedarf
    der Unternehmer bezeugen ebenso, dass der 8-Stundentag praktisch längst eine
    Farce ist.
    Was die Regierung mit der Aushebelung des alten Arbeitszeitgesetzes veranstaltet,
    reflektiert nichts anderes als eine Unternehmerpraxis, die längst Einzug gehalten hat:
    mit den Fortschritten zu den digitalisierten Gewerken des Kapitalstandorts rufen
    die Damen und Herren der Kapitalseite explizit die Absegnung der neuen Freiheiten
    der Arbeitszeitregelungen aus, die nämlich haargenau passen zu der Entkoppelung von
    Arbeitsplatz und Arbeitsablieferung, wie sie kennzeichnend ist für das internetbasierte
    neue Arbeitsvolk.
    Es liegt also bei der anstehenden Modifizierung des Arbeitszeitgesetzes keine „Aufwei-
    chung“ vor angesichts der immerzu kapitaldienlichen Umgangsweise mit gesetzlichen
    Regelungen,die jetzt auch formell die Entfesselung des Arbeitszeitmanagement festgeschrie-
    ben haben will.- Und der Staat willigt darin ein, was schon immer seine Leitlinie war:
    dem Wachstumsmotor BRD nützend hat er Unternehmer u n d Gewerkschaften eingela-
    den, in Erprobungsstätten die Hintanstellung „starrer“ Arbeitszeiten sich angelegen sein
    zu lassen. Und die Sicht der Gewerkschaften ist das Gegenteil von einst klassenkämpfe-
    risch Durchzusetzendem: als Gegenstand freier Vereinbarung, nicht als einseitige Ver-
    fügung von Unternehmensseite, unter dem Signum der Arbeitszeitautonomie können
    sich auch dt. Gewerkschaften Arbeitszeitmodelle, die letztlich nichts als den Gewinn-
    interessen der Geschäftemacher neu zur Durchsetzung verhelfen, vorstellen.
    Wie wäre es folglich mal mit einer Kritik an solchem arbeiterfeindlichen Arrangement
    der Gewerkschaften mit dem Unternehmerlager, ihr sozialen Besserwisser von Attac?

  2. Lieber Herr Franke,

    bevor sie Attac hier als Besserwisser beschimpfen: Bitte kommen Sie in bei Attac München in den Arbeitskreis Arbeitfairteilen
    http://www.attac-muenchen.org/arbeitskreise/ak-arbeitfairteilen/
    dann können wir gerne über Arbeitszeitverkürzung sprechen und diskutieren.

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