LORA-Geschichte

Oder: Steht LORA für Lokalradio?

Der erste Radiosender mit Namen „LoRa“ wurde in Zürich gegründet. Er diente 1986 als Vorbild, auch in München ein Lokalradio zu etablieren. Zur Unterscheidung wurde der Name „Radio LORA München“ gewählt.

Radio LORA München ist seit 1993 on air. Von der Idee ein Radio zu gründen bis zu einer Vergabe einer UKW-Frequenz hat es insgesamt sieben Jahre gedauert. Hier einige Eckdaten zur Geschichte von Radio LORA München, doch es gäbe noch vieles mehr zu erzählen.

2021 überarbeitet und modernisiert LORA seine Homepage komplett und bestückt die Homepage mit einem neuen Radiodisplay.

LORA Banner auf HP ab 2021

2020 wird LORA von der Corona Pandemie gebeutelt. Es gibt strenge Zugangsbeschränkungen für das Studio und die Redaktionen werden angehalten, Sendungen im Home-Office zu produzieren. Das Studio 2 wird modernisiert und mehr als die Hälfte der über 250 Mitarbeiter*Innen in unser digitales Netz zur Programmgestaltung im Home-Office eingebunden. Und doch kommt erstaunliches dabei heraus. So konnten zwei Redakteurinnen Preise entgegen nehmen:

2018 feiert LORA sein 25-jährige Bestehen.

– 2017 werden die Sendezeiten wieder neu vergeben. LORA erhält insgesamt zusätzlich zwei UKW-Sendestunden pro Woche, allerdings ist der DAB+ Betrieb nicht mehr durchgehend. Von 16 Uhr bis 18 Uhr und von 0 Uhr bis 1 Uhr, also insgesamt 3 Stunden am Tag, gibt es keine DAB+ Übertragung; leider auch nicht synchron mit dem live Programm, denn am Freitag endet der Sendebetrieb auf UKW und DAB+ bereits um 21 Uhr. Damit ist es schwieriger geworden, Hörer*Innen zum Umstieg von UKW auf DAB+ zu motivieren. BR5 berichtete darüber in seinem Medienmagazin: Was wird aus Radio Lora?

2016 LORA erhält zusammen mit Radio Z den Bürgerpreis des Bayerischen Landtags. Der 3. Platz ist mit 5.000 € dotiert. Für uns alle war das eine verdiente Würdigung unseres Engagements. Eine solche Anerkennung hätten wir uns auch vom Hörfunkausschuss in Form einer deutlichen Sendezeiterweiterung gewünscht. Vermutlich aber spielten bei einem Großteil der Hörfunkausschussmitglieder noch die alten Vorbehalte gegen ein alternatives Community-Radio bzw. Bürgerradio eine größere Rolle, als wir dachten.

– 2015 zieht LORA von der Haidhauser Gravelottestraße in die Schwanthalerstraße 81. Die Räume mussten für den Sendebetrieb umgebaut werden, was ca. 15.000 Euro verschlang. (Danke für alle Spenden und danke an den LORA-Förderverein.) Stolz waren wir, dass der Umzug ohne Sendeloch stattfand!

– 2012 begann für LORA die digitale Übertragung auf DAB+. LORA sendet unverändert Mo bis Fr, von 17 Uhr bis 24 Uhr das UKW-Live-Programm im Simmulcast. In der restlichen DAB+ Sendezeit werden automatisiert die Sendungen des Abendprogramms wiederholt.

2008 LORA bekommt eine neue Homepage, auf der sich alle Redaktionen vorstellen. Das Fahrrad verschwand, dafür erschien das Display eines alten Radios mit dem Slogan: der Inhalt macht den Unterschied.

2004 lief nach 10 Jahren die UKW-Lizenzperiode ab und über eine öffentliche Neuausschreibung wurden die Sendezeiten auf UKW 92,4 MHz neu zugewiesen. LORA hatte dabei 16 konkurrierende Mitbewerber! LORA erhielt die neue Sendezeit: Mo bis Fr von 17 Uhr bis 24 Uhr. Durch das weggefallene Wochenende musste das gesamte Programm umstrukturiert werden.

2003 feiert LORA sein 10-jähriges Bestehen.

Als Logo wird das legendäre Fahrrad mit dem alten Radio entworfen. Der Slogan lautet jetzt Radio LORA ist ja unerhört und der Papagei wird modifiziert.

1998 zieht LORA um: von der Pariser Straße in die Gravelottestraße 6.

1994 erhielt LORA die UKW-Frequenz 92,4 MHz und sendete täglich 7 Stunden von 19 Uhr bis 24 Uhr. Die Frequenz teilte sich LORA mit anderen Radiostationen (Split), z.B. mit Radio Feierwerk. Weitere Informationen zur Gründungsphase von LORA München kann man hier nachlesen.

1994 musste LORA beinahe aufgeben: Mehrfach wurde das Impressum nicht korrekt ausgestrahlt. LORA musste mehr als 10.000 Euro Strafe an die Behörden und 1.500 Euro an Gerichtskosten zahlen. Jeder Hörfunksender ist gesetzlich verpflichtet, mindestens einmal pro Tag das Impressum zu senden, wobei alle Informationen wie Adresse, Telefonnummer, Geschäftsführer, etc. genannt werden müssen. Geregelt ist das im Telemediengesetz.

– Im Oktober 1993 erhielt LORA erstmalig eine UKW-Frequenz zugewiesen, konnte aber nur 26 Minuten „on air“ senden. Über eine einstweilige Verfügung durch Radio 2Day, einem kommerziellen Münchner Sender, wurde LORA abgeschaltet.

Wenige Tage später, am 08. Oktober 1993, war es dann endlich soweit. LORA konnte aus dem Studio im Keller in der Pariser Straße 30 in Haidhausen auf UKW 89,0 MHz von 18 Uhr bis 20 Uhr auf Sendung gehen! Ein Video vom Sendestart ist bei youtube zu finden.

Das ursprüngliche LORA-Logo war der Papagei. Niemand weiß heute mehr, wer ihn entworfen hatte. Der Papagei war allerdings von Anfang an sehr umstritten. Viele LORAner meinten, der Papagei suggeriert, dass wir bei LORA nur sinnlos plappern.

1990 wurde der LORA-Förderverein für alternative Programme im Lokalradio e. V. gegründet. Ziel dieses gemeinnützigen Vereins ist es, die Kosten eines Radiosenders zu finanzieren, um unabhängig von Werbung und Geldgebern zu werden.

1986 gründen Mitglieder verschiedener politischer Initiativen in München eine „Radio-Initiative“, die jedoch mit vielen Herausforderungen konfrontiert war: kein Geld, viele Ideen, wenig Vorbereitungsarbeit und keine Bereitschaft der Medienaufsicht, LORA eine UKW-Frequenz zuzuweisen.

Verfasserin: Karin Bergs

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