Slow Food München

Okt 14th, 2012 | By | Category: Aus den Redaktionen

Sendetermin: jeden ersten Donnerstag in den Monaten Feb. Mai. Aug. + Nov. von 20:00 – 21:00 Uhr

Slow Food wurde 1989 in Italien gegen Fast Food gegründet – daher der Name. Slow Food meint heute aber wesentlich mehr. Die internationale Bewegung ist in 150 Ländern mit 100 000 Mitgliedern aktiv, in Deutschland sind es 11 000 Mitglieder in über 80 regionalen Gruppen. Sie versteht sich als durchaus politisch agierende Gemeinschaft, deren Ziel gute, saubere und faire Lebensmittel sind. Dabei werden kleinbäuerliche Strukturen und handwerkliche Herstellung bevorzugt, Biodiversität, Regionalität und Saisonalität sowie die Freiheit von Zusatzstoffen bei Essen und Trinken in den Vordergrund gestellt.
Slow Food kümmert sich – salopp gesagt – darum, dass wirklich gutes Essen und Trinken nicht von der Bildfläche verschwindet. In Deutschland als e. V. organisiert, ist Slow Food eine reine Non-Profit-Organisation, deren Arbeit auf Freiwilligkeit und Ehrenamtlichkeit beruht.
Im „Convivium“ (= Regionalgruppe) München, dem ältesten in Deutschland, sind über 700 Mitglieder registriert; damit zählt es auch zu den größten hier zu Lande. Mehrere Arbeitsgruppen haben verschiedene Projekte auf die Schiene gesetzt:

Arche desGeschmacks: Hier werden Nutztiere und -pflanzen, Lebensmittel und spezielle Zubereitungen vor dem Untergang gerettet. Devise: Retten durch Aufessen (= Nachfragesteigerung). Bisheriger Archepassagier aus München: Das Murnau-Werdenfelser Rind. In Vorbereitung: Münchener Traditionssemmeln (Riemische, Maurerlaiberl, Pfennigmuckerln, Schuastabuam), weitere Arbeiten am Münchener Bierrettich, den Bavesen, der Briesmilzwurst und den Münchener Voressen.

Förderer undProduzenten: Diese Gruppe beschäftigt sich mit unseren Unterstützern, meist mittelständischen Betrieben (Bauern, Lebensmittelhand-werkern, Gastronomen u. a.), bietet ihnen eine Möglichkeit für Austausch und gegenseitiges Lernen, hält den Kontakt zwischen ihnen und den Verbrauchern aufrecht und kümmert sich um Plattformen wie den „Slow Food Markt für gute Lebensmittel“ auf der Food & Life in München.

Genussführer: Nicht noch ein Restaurantführer, sondern eine Liste von Wirtshäusern, die unserer Vorstellung entspricht: Man bekommt hier noch bodenständige Küche, die Zutaten kommen aus der Region, es wird frisch gekocht und auf Zusatzstoffe verzichtet. Es muss gut schmecken und bezahlbar sein. Die Mitglieder arbeiten anonym und auf eigene Kosten in mehreren Testteams.

Genussgemeinschaft Städter und Bauern: Das neueste Projekt aus München. Städter und Bauern sollen wieder miteinander in Berührung kommen und wissen, was beim jeweils anderen für Probleme auftauchen. Hofführungen helfen die Kluft zu überbrücken, Einkaufsgemeinschaften unterstützen die Hofläden und Städter geben Darlehen für genau umrissene und geprüfte Projekte auf den Höfen; die Verzinsung erfolgt durch Naturalien vom Hof.

Junior Slowe. V.: Das Kinderprojekt besteht im Wesentlichen aus einem ehemaligen Bauwagen, der, ausgestattet mit Küche und Arbeits-/Esstisch für acht Kinder auf Anforderung von Kindergärten, Horten und Grundschulen anrückt und Kochkurse für 5- bis 10-jährige veranstaltet. Daneben gibt es noch „Kochen für Studenten“, wo in einer Kochschule Grundwissen für Studenten und andere junge Menschen geboten wird.

Was will die Slow Food München Redaktion?
Über die Arbeit von Slow Food München berichten, interessantes Wissen weitergeben, anmachen zum Nachdenken darüber, was wir eigentlich essen und trinken (wollen).

Man findet uns auf der Website http://www.slowfood-muenchen.de und ganz konkret an unserem „Stammtisch“ jeden ersten Mittwoch im Monat ab 19 Uhr beim „Pschorr“ auf dem Viktualienmarkt (Personal fragen). Der ist dafür gedacht, uns einmal ganz unverbindlich zu „beriechen“.

Moderation: Ulrike Palmer  Redaktion: Rudolf Böhler und Ulrike Palmer

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