DOK.fest im Filmmuseum

Apr 30th, 2018 | By | Category: International, München, Multi und Kultur
Newsletter des Filmmuseum München

DOK.fest zu Gast im Filmmuseum vom 3. bis 13. Mai 2018

Helga Reidemeister in Afghanistan. (c): Lars Barthel

Liebe Freund*innen des Filmmuseums,

vom 3. bis 13. Mai 2018 ist das Filmmuseum wieder Gastgeber für das DOK.fest München. Insgesamt werden an 19 Spielstätten 154 Filme aus 50 Ländern zu sehen sein, darunter viele Deutschland- und Weltpremieren. Das diesjährige Gastland ist die USA. Thematischer Schwerpunkt im Filmmuseum ist die Retrospektive, die in diesem Jahr der Filmemacherin Helga Reidemeister gewidmet ist und einen Querschnitt durch vier Jahrzehnte ihres filmischen Schaffens bietet.

Als Filmemacherin ist sie zugleich Verbündete ihrer HeldInnen und Chronistin der Ereignisse. Dahinter steckt die tiefempfundene Erkenntnis, dass das Private immer auch politisch ist und keine Geschichte zu klein, um Rückschlüsse auf das Große und Ganze zuzulassen. VON WEGEN SCHICKSAL, ihr beeindruckender Abschlussfilm, der 1979 auf Anhieb den Deutschen Filmpreis erhält, begleitet die Protagonistin bei der Emanzipation von ihrem Mann und dem Kampf um ein selbstbestimmtes Leben – gegen den Widerstand der eigenen Kinder. Auch das nächste Projekt wirft einen Blick hinter die Kulissen des Privaten: MIT STARREM BLICK AUFS GELD (1983) ist die schonungslose Auseinandersetzung Helga Reidemeisters mit ihrer Schwester, die als Fotomodell einen ganz anderen Lebensweg eingeschlagen hat.

Ab Anfang der 1990er Jahre rücken zunehmend globalere gesellschaftliche Zusammenhänge in ihr Blickfeld: Nach 47 Jahren Besatzungszustand dokumentiert RODINA HEISST HEIMAT (1992) den Abzug der sowjetischen Streitkräfte aus der DDR und den Aufbruch in eine Zeit der Verunsicherung. GOTTESZELL – EIN FRAUENGEFÄNGNIS (2001) berichtet wenige Jahre später aus dem extremen wie zermürbend eintönigen Gefängnisalltag. Die 2000er Jahre führen Helga Reidemeister schließlich bis zum Hindukusch. So zeugt das politische Roadmovie TEXAS KABUL (2004) – entstanden in einem inneren und äußeren Ausnahmezustand nach 9/11 – vom Prinzip Hoffnung in kriegerischen Zeiten. SPLITTER AFGHANISTAN (2013) erzählt zehn Jahre danach vom Kampf um die Würde der Menschen in einem vom Krieg zerrissenen Land.

Helga Reidemeister wird ihre Werkschau in München leider nicht persönlich vorstellen können. In den Filmgesprächen werden enge Weggefährt*innen Einblicke in die Arbeitsweise der Regisseurin geben.

Bitte beachten Sie, dass Karten nur über das DOK.fest und nicht über die Kasse des Filmmuseums erhältlich sind: https://www.dokfest-muenchen.de/Tickets_2018

Wir freuen uns auf Ihren Besuch!
Ihr Filmmuseum | DOK.fest

Während des DOK.fests hat übrigens unser Förderverein, das Münchner Filmzentrum e.V. (MFZ), einen Informationsstand auf dem Streetlife-Festival (Ludwigstraße / Ecke Theresienstraße gegenüber der Staatsbibliothek). Wer mit dem Verein buchstäblich „im Vorbeigehen“ ins Gespräch kommen möchte, hat am Samstag, 5. Mai von 16.00 bis 21.00 Uhr und am Sonntag, 6. Mai von 11.00 Uhr bis 21.00 Uhr die Gelegenheit dazu.

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