Wer sind die sog. „Corona-Rebell*innen“? Kurzvortrag des Politologen Paul Kleiser

Nov 2nd, 2020 | By | Category: Aktuelles, München, Podcasts Aktuell, Rechte Umtriebe

Am 31. Oktober 2020 hat der Bund für Geistesfreiheit München (bfg München) seinen 150. Geburtstag im EineWeltHaus gefeiert.
Von Beginn an war eine der Hauptforderungen der Organisation die Trennung von Kirche und Staat. Heute macht sich der bfg München zudem stark für die Bewahrung der Grund- und Menschenrechte sowie Frieden und Abrüstung. Er setzt sich ein für ein selbstbestimmtes Leben und für die Anwendung wissenschaftlicher Erkenntnisse unter Beachtung ethischer Kriterien.

Auf der Geburtstagsfeier sprachen Referent*innen zu den verschiedensten Themen. Eine Frage, mit der sich die meisten in den letzten Monaten schon mal beschäftigt haben dürften, war dann auch: Wer sind eigentlich die sog „Corona-Rebell*innen“? Was treibt diese Menschen an, auf „Querdenker*innendemos“ zu gehen? Der Politologe Paul Kleiser hat sich damit auf dem Fest im EineWeltHaus auseinandergesetzt. Für ihn setzen sich die Corona-Rebell*innen aus ganz verschiedenen Gruppen zusammen, von denen viele säkularisierten Glaubensvorstellungen anhängen. Mit dabei „Verschwörungstheoretiker*innen, Antisemit*innen, Esoteriker*innen, Anhänger*innen von Rudolf Steiner, Neofaschist*innen und das gesamte rechtsextreme Lager. Kleiser sieht bei den „Corona-Rebell*innen insgesamt eine „Mischung aus Irrationalismus und rechten bis rechtsextremen Bestrebungen“ und warnt „alle in Richtung Emanzipation arbeitende Menschen davor, sich ihnen anzuschließen“. Der Politologe schloss seinen Vortrag mit den Worten des Kirchenkritikers Karl-Heinz Deschner: „Je größer der Dachschaden, um so freier der Blick zum Himmel.“

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2 Kommentare
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  1. In puncto Hochfrequenz-Strahlenbelastung (vgl. 5G, 4G, SpaceX-Satelliten neuester Bauart, Mobilfunk, Radar, etc.) hat der Autor einen sehr einseitigen, unwissenschaftlichen Standpunkt („Aluhüte“). Auch in puncto implantierbarer Microchips ist der Autor nicht umfassend informiert. Ich kann hier nicht näher darauf eingehen. – Hier die Seite für Elektrohypersensibilität, unter der immer mehr Menschen (auch in D!) leiden: https://www.elektrosensibel-muenchen.de/

  2. Wie der Feedback-Kommentar über mir heute am Ende des Dienstagsmagazins ins Lächerliche gezogen wurde, motiviert mich nun doch auch mein Unbehagen mit Paul Kleisers Bewertung der „Corona-Rebellen“ kund tun.

    Klar überziehen sehr viele der Demonstranten mit Verabsolutierungen der Themen und manche deuten das Kritisierte als „Verschwörung“. Und dass da sehr rechte diese zu vereinahmen zu versuchen, ist leider real. Am Anfang legt Paul Kleiser die Mechanismen durchaus richtig dar. Aber dann folgt die übliche Stigmatisierung aller möglichen protestierenden Gruppen u.a. als antisemitisch. Mit diesem Etikett werden die Gruppen aus dem Debattenspektrum ausgegrenzt, braucht man sich nicht zu wundern, wenn die sich ihrerseits radikalisieren.

    Denn an ettlichen, den Demonstranten unter den Nägeln brennnenden Themen sind sehr diskussionswürdige Punkte, dessen Debatten in der Öffentlichkeit wenn, dann eben nur in den Schmuddelecken der als „Querfront“ usw. stigmatisierten Internetmedien stattfinden.
    Erinnert sich bei LORA noch jemand an den Jingle „Radio für Querdenker“? Der meinte sicher etwas anderes, als die CoronaRebellen, das hat wohl auch Herr Kleiser noch im Hinterkopf, wenn er das Vorwort „sogenannte“ hinzufügt. Aber seine Darstellung/Deutung ist alles andere, als linkes Querdenken, sondern bewegt sich zwischen den Argumentationsmustern der von Neoliberalen Denkfabriken aufgestellten Scheuklappen.

    Gehen wir mal ein paar konkrete Themen durch und fangen mal mit Bill Gates an: Klar ist Deutung, das er persönlich irgendwelche Zügel in der Hand hält, um Massen zwangsimpfen zu lassen Blödsinn.
    Fakt ist aber, dass er mit seinen Stiftungen sehr selektiv Gesundheitspolitik im Interesse der Einfluss-Sphären der großen Pharmamultis macht und die Leute da in Abhängigkeiten treibt.
    Die mediale Diskussion, die eine Impfung als das allein selig machende gegen Corona verspricht, fördert ebenfalls nicht die Glaubwürdigkeit der großen Medien und treibt die Impfskeptiker zu den Demos.
    Wenn man in den letzten Tagen mitbekommen hat, wie ein überteuerter, auf ungetestete Gentechnische Veränderungen der Zellen setzender Impfstoff, dessen Nebenwirkungen noch niemand kennt, medial hoch gejubelt wird, gleichzeitig aber z.B. chinesische oder russische Impfsoffe nur mit ideologischen Scheuklappen erwähnt werden und über Risiken und Nebenwirkungen von derartigen Impfungen nicht debattiert wird, braucht sich niemand über einen Zulauf zu den „Coronarebellen“ zu wundern.
    Vor zehn Jahren gabs mal bei LORA kontroverse Debattenserien zum Thema Homöopathie versus Schulwissenschaft, die Zeiten sind vorbei…

    Dann werden die Anthroposophen und sonstigen Esoteriker ebenfalls in den Nazisumpf hinein-gerührt. Sicherlich keine „Linken“, aber in einer liberalen (im Sinne von Bürger- und Menschenrechten)
    und weltoffenen Gesellschaft, die wir sein wollen, gehören die dazu. Man kann sich mit denen inhaltlich im Detail auseinandersetzen, aber deren Meinungen auszugrenzen, baut weitere Mauern auf.

    Und ja, 5G nützt nur einem, der an dessen Installation und Nutzung verdienenden Wirtschaft und Kapitalgesellschaften, aber nicht den Menschen und deren Gesundheit, die durch die Menge und Leistungs-Intensität künstlicher hochfrequenter elektromagnetischer Strahlung immer mehr belastet. Dem kann mensch gemnausoschwer ausweichen wie dem Feinstaub oder anderen Emissionen der Industrie (nicht nur CO2).

    Kritik daran ins lächerliche zu ziehen (Stichwort „Aluhut“) ist im Sinen der allerorten zu vernehmenden gleicxhgeschalteten pseudolinken neoliberalen Erklärbär-Verlautbarungen.

    Mit einer sachlichen politischen Analyse hatte der Beitrag von Paul Kleiser, den ich früher durchaus geschätzt hatte, nichts zu tun. Klang eher nach den die wissen, dass alles faktisch Nazis oder deren potentielle Sysmpatisanten sind und die „Argumentationsketten“ so aufbauen, um die Ideologischen Behauptungen nachzuweisen. Schön praktisch, muss man sich nicht mit den Inhalten und Anliegen der sehr heterogen zusammengewürfelten Demonstranten auseinandersetzen.

    Möchte man fast den rechten unter den Demonstranten recht geben, die da Methoden aus der DDR unterstellen. Dort hatte ich übrigens beim Aufsagen der Erwartung der Lehrerin eine Eins dafür bekommen,
    dass „Freiheit Einsicht in die Notwendigkeit“ sei. Und in der DDR-Ideologie wurde diese „Notwendigkeit“ im Politbüro definiert, heute sind es die von den Netzwerken aus Industrie, Militär und so weiter finanzierten Stiftungen, Thinktanks usw., die die Ideologie und Argumentationsscheuklappen sponsern.

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