Von der Seidenraupenzucht der Nazis und der Erinnerung der kretischen Frauen an die deutsche Besatzung

Deborah Jeromin mit Seidenraupe

Was haben Seidenraupen mit dem deutschen Angriffskrieg gegen Kreta 1941 und dem Patriarchat zu tun? Diese Frage mag im ersten Moment seltsam erscheinen und doch sind die Zusammen-hänge auf vielerlei Ebenen unerwartet groß.
Die in Leipzig wohnende, bildende Künstlerin, Deborah Jeromin, hat im Februar dieses Jahres ihr Buch „Fallschirmseide“ ver-öffentlicht, in dem sie den erwähnten Zusammenhängen auf die Spur geht. Sie beginnt ihre Recherchen in einem Kleingarten-verein in Leipzig, in dem während der NS-Zeit Seidenraupen zur Gewinnung von Seide gezüchtet wurden und spinnt die Fäden schließlich nach Kreta, die Insel, auf der am 20. Mai deutsche Fallschirmjäger landeten, mit Fallschirmen aus Seide.
Deborah Jeromin gelingt es durch das Thema der NS-Seiden-raupenzucht nicht nur, einen neuen Zugang zum Angriff gegen Kreta zu finden. Auch zeigt sie durch Interviews mit kretischen Zeitzeuginnen endlich die Perspektive der Frauen während der deutschen Besatzung auf, wieder auf Basis des Stoffes Seide.

Gebauter Beitrag von Max van Beveren inkl. Interview mit Deborah Jeromin – 19.07.2021 – 14:25 Minuten

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