Missbrauchsskandal und kein Ende?

v.li.n.re. Michael Sieber, Assunta Tammelleo, Agnes Wich, Dietmar Freitsmiedl am 9. Mai 2022 im EineWeltHaus

„Missbrauchsskandal und kein Ende? – Warum Aufklärung und Aufarbeitung von sexuellem Missbrauch, physischer und psychischer Gewalt innerhalb von Institutionen scheitern“ – zu dieser Frage veranstaltete der Bund für Geistesfreiheit München am 9. Mai eine Diskussionsrunde im EineWeltHaus in München. Auf dem Podium saßen Michael Sieber, Mitorganisator der Aufarbeitung bei den Regensburger Domspatzen, und Agnes Wich, Aktivistin im Aktionsbündnis Betroffeneninitiativen, die anhand dreier Beispiele aus der katholischen Kirche – Köln, Regensburg und München zeigten, welche Hürden und Probleme bei der Aufarbeitung immer wieder zutage treten. Dazu haben wir drei Ausschnitte aus der Veranstaltung ausgewählt, die das veranschaulichen.

Agnes Wich ist Sozialpädagogin, Sucht und- Traumatherapeutin und seit 8 Jahren aktiv beim Thema Aufarbeitung. Dem Betroffenenbeirat der Erzdiözese München und Freising gehörte sie als einzige Frau neben vier Männern an, bis sie nach zwei Monaten das Amt niederlegte.
Michael Sieber war bei den Regensburger Domspatzen von 1966 bis 1973, er hat eine Ausbildung als Journalist, Schriftsetzer, und Gebrauchsgrafiker und ist bis heute in der journalistischen Recherche popularwissenschaftliche und anderer Bücher tätig. Seit 2010 ist er opferseitig in der Aufarbeitung der Gewalt und der Mißbrauchsgeschichte bei den Regensburger Domspatzen aktiv.
Durch die zweistündige Veranstaltung, aus der wir nun drei kurze Teile hören, führten Dietmar Freitsmiedl und Assunta Tammelleo vom Bund für Geistesfreiheit.

2 Kommentare

  1. Das ganze Thema ist ein Fass ohne Boden.
    # Viele kamen damals in der Nacht in Etterzhausen zu Besuch und haben dort Kinder missbraucht.Viele Buben wurden damals betäubt und denen wurde in der Nacht der Po geleckt, und missbraucht.Ja, man braucht zum Thema eine unabhängige Aufarbeitungskommission, wie es Frankreich gemacht hat mit dem Rapport Final.
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  2. Ulrich Webers Bericht bitte besonders kritisch lesen (es fehlt Wesentliches darin, u.A. Angaben zur Verwicklung der Gebrüder Ratzinger) und immer bedenken, dass der Klerus niemals jemanden aufsteigen lassen würde, den er, sollte dieser Mann wider Erwarten aus der Rolle fallen, nicht umgehend wieder zurückpfeifen könnte. Und in einem Milieu, in dem man zwar strukturell homophob agiert, aber nur dann, wenn jemand zu seiner gleichgeschlechtlichen Orientierung steht, reicht es, wenn ein Mann mit einem anderen Mann einvernehmlichen Sex hat, damit der als „Schwerverbrecher“ gilt. Während man Missbrauchstäter, die sich ansonsten als rollenkonforme Kleriker darstellen, schützt und ihnen seriell Zugriff auf Minderjährige gewährt.

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