Geld

Und? Wer zahlt's?
Und? Wer zahlt's? - Die Sendereihe über Hintergründe und Zusammenhänge in Wirtschaft und Wirtschaftspolitik (Bild KI-generiert), von und mit Prof. Dr. Dr. Helge Peukert und Ulrich Seibert

Und? Wer zahlt’s?


In der ersten Ausgabe der neuen Wirtschafts-Sendereihe für Hintergründe und Zusammenhänge in Wirtschaft und Wirtschaftspolitik widmen wir – der Postwachstumsökonom Prof. Dr. Dr. Helge Peukert und der Lora-Redakteur Ulrich Seibert – uns dem Thema, das in der ein oder anderen Form wahrscheinlich jedem von uns am Herzen liegt: Kohle, Mäuse, Kröten, Zaster, Kies, Pulver, Schotter, Knete, Diridari, Moneten, Bimbes, Moos etc. etc. – mit einem Wort: Geld.

Doch zunächst: Worum soll es in dieser neuen Sendereihe eigentlich ganz konkret gehen?

Wirtschaft ist kein sehr populäres Thema. Es klingt trocken und fade, es kommt meist kompliziert rüber und die Schule scheint das Ihre dazuzutun, das Fach so unpopulär wie nur irgend möglich zu gestalten. Um Volks- oder Betriebswirtschaft zu studieren, braucht es entweder eine gesunde (??) Portion Masochismus oder starken Durchhaltewillen oder ein überaus starkes Interesse für das Sujet, denn Studierende werden allzu oft mit mathematischen Modellen malträtiert, die zu verstehen sie ohne lange Nacharbeit kaum eine Chance haben – und sie somit auch kaum in der Lage sind, sie sachgerecht diskutieren zu können. Ausnahmen bestätigen die Regel, bei Vorlesungen von Yannis Varoufakis beispielsweise wird eher Wert gelegt auf die (Be)Deutung von Theorien als auf deren kaum verständliche Herleitung. Hinzu kommt, dass die schulische wie universitäre Lehre überwiegend stark rechtslastig auftritt und gern so tut, als wäre die Neoklassik die einzig lehrenswerte Wirtschaftstheorie. Kein Wunder, der Neoliberalismus heutiger Prägung wurde von eben denselben Lehrmeistern ins Leben gerufen. Dementsprechend nehmen Studierende das Gelernte allzu oft für bare Münze – zumal, weil das Bestehen von Prüfungen deren Hauptpriorität darstellt.

Wir überlassen Wirtschaft also zumeist anderen … denen, die sich damit offensichtlich auskennen oder die uns vielleicht auch nur „Wirtschaftskompetenz“ vorgaukeln und dieses Wort missverstehen als absolute Akzeptanz des Neoliberalismus und seiner geschriebenen wie ungeschriebenen Gesetze. Wie anders könnte erklärt werden, dass die sich immer weiter öffnende Schere zwischen Arm und Reich über alle Parteien im Bundestag (außer einer …) als alternativlos angesehen wird, sogar von jener, die sich selbst als „sozialdemokratisch“ bezeichnet, wo ein größerer Widerspruch dieser Schere zu Sozialem und Demokratie gar nicht denkbar ist?

Gerade in einer Demokratie sollte die Bevölkerung über Wirtschaftsfragen mitdiskutieren und mitbestimmen und das wiederum setzt voraus, dass man sich zumindest rudimentär schlaumacht, um in Diskussionen zumindest die richtigen Fragen stellen zu können. Genau da will die Sendereihe ansetzen: Hier sollen Begriffe, Einrichtungen, Aussagen oder auch Maßnahmen der Wirtschaftspolitik in leicht verständlicher Sprache analysiert und diskutiert werden. Es soll hinterfragt werden und es soll aufgezeigt werden, wer warum wovon profitiert … und wer nicht.

Die erste Sendung werden der Wirtschaftswissenschaftler Prof. Dr. Dr. Helge Peukert und der langjährige LORA-Redakteur Ulrich Seibert miteinander gestalten, das Ziel wäre aber, dass später auch Jugendliche in die Sendung kommen, um ihre Fragen zu stellen, insbesondere im Hinblick auf die großen Menschheitsprobleme, die den jungen Generationen zu lösen auferlegt worden sind, also Klimawandel, Umweltzerstörung, Ressourcenraubbau, Artensterben und so weiter. Falls ihr Lust habt oder euch berufen fühlt, dabei mitzuwirken, dann meldet euch gern per Mail bei info[AT]lora924.de.

Die erste Sendung – Thema Geld

Auch wenn das Thema auf den ersten Blick ein einfaches und vielleicht sogar unterhaltsames ist, ganz so einfach wird es nicht. So wie Strom nicht einfach aus der Steckdose kommt, ist auch nicht so selbstverständlich, dass Geld in unserer Börse ist … oder auch welches Geld … oder warum wir so viel – oder so wenig – davon haben. Wer genau „macht“ das Geld? Wo kommt die Idee dazu eigentlich her, wie hat sie sich aus den Anfängen weiterentwickelt? Welche Formen kann es annehmen, woher wissen wir, dass der Papierlappen, auf dem „50 €“ steht, auch tatsächlich diesen – oder irgendeinen – Wert hat?

Wir sprechen über die Funktionen von Geld, darüber, wie und von wem sein Wert abgesichert (oder es zumindest versucht) wird, natürlich auch über den Euro und den Teuro, über den Sinn oder Unsinn von Leitwährungen oder warum Donald Trump so einen Riesen-Aufstand macht, weil jemand in der Gruppe der BRICS-Staaten für Handel innerhalb dieser Gruppe eine andere Leitwährung als den US-Dollar nutzen möchte. Außerdem werfen wir einen Blick auf unser Geldsystem, warum die Finanzmärkte sich von der Realwirtschaft abgekoppelt haben und wie dies zu Finanzkrisen wie der von 2008 führen kann und, natürlich, welche Alternativen dazu denkbar wären.

Viel Spaß!

Podcast-Version (ohne Musik) der Sendung „Geld“ aus der Reihe „Und? Wer zahlt’s?“; Laufzeit: 48 Minuten

Über Ulrich Seibert 72 Artikel
Redaktion "Die Diktatur des Monetariats"

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