Gegensprechanlage

Das LORA Studiotelefon: (089) 48 95 23 05

Von Hugenberg bis Zuckerberg – was macht große Medienmacht mit uns?

Mittwoch, 25. März 2026, 21:00 Uhr
Wiederholungen:
– Do., 26.3., 06:00 Uhr und 15:00 Uhr (DAB+ & Internet-Stream)
– Sa., 28.3., 20:00 Uhr (Internet-Stream)
– So., 29.3., 11:00 Uhr (Internet-Stream)


Medien sind ja des Öfteren mal ein Thema bei Radio LORA und auch heute sehen wir uns mal einen speziellen Aspekt dieses Themas an, denn seit geraumer Zeit finden Veränderungen statt, die mit dem weltweiten Ruck in Richtung Autoritarismus kaum in eine Richtung zum Besseren gehen.

Die NGO RSF (Reporter ohne Grenzen) schreibt in ihrer Rangliste der Pressefreiheit: „Die weltweite Lage der Pressefreiheit ist auf einem historischen Tiefstand. Das zeigt die Rangliste der Pressefreiheit, die Reporter ohne Grenzen (RSF) am 2. Mai 2025 veröffentlicht hat. In 90 von 180 beobachteten Ländern ist die Situation für Medienschaffende ,schwierig‘ oder ,sehr ernst‘. Dafür ist neben einer fragilen Sicherheitslage und zunehmendem Autoritarismus vor allem der ökonomische Druck verantwortlich.“

Dabei nehmen Medien insbesondere in Demokratien idealtypischerweise eine sehr wichtige Rolle ein: Sie gelten – nach der Legislative, Exekutive und Judikative – als die sogenannte vierte Säule der Demokratie. Zumal, wenn, wie auch hier bei uns, Kontrolldefizite auftreten dadurch, dass die drei Hauptsäulen nicht wirklich unabhängig voneinander fungieren, ist es umso wichtiger, dass aufmerksamer Journalismus genau hinsieht, recherchiert, analysiert und berichtet und zwar unabhängig davon, ob das Ergebnis den Betroffenen nun genehm ist oder eben nicht. Die Voraussetzung dafür ist Unabhängigkeit und zwar auf mehreren verschiedenen Ebenen. Medienverlage dürfen keinen Repressionen ausgesetzt sein für das, was sie offenlegen. Dasselbe gilt aber auch im Innenverhältnis zwischen Editor und Journalisten. Wer befürchten muss, seine Lebensgrundlage zu verlieren, wird sich hüten (müssen), etwas Unbotmäßiges zu schreiben, sei es in Bezug auf die Fakten (wer, wann, wo, was, wie, warum?) als auch in Bezug auf zulässige oder nicht zulässige Narrative.

Nun wissen wir, dass der wirtschaftliche Druck auf Medienhäuser extrem ist (auch Radio LORA kennt diesen Druck sehr gut, deshalb „nerven“ wir euch auch in jeder Sendung mit der Bitte um Spenden oder eine Mitgliedschaft im Förderverein …). Dieser Druck zwingt zu Allianzen und zu Kompromissen. Und dann gibt es natürlich auch diejenigen, die einerseits über eine hohe Reichweite verfügen und die andererseits das Zepter fest in der Hand und damit die Kontrolle über alles haben, was in ihrem Haus gesagt werden darf, soll oder kann. Die Rede ist von Medienmogulen. Der erste deutsche Medienmogul war Alfred Hugenberg, doch selbst der war noch ein „kleiner Fisch“ im Vergleich zu einem Marc Zuckerberg heute. Die Konzentration in den Medien steigt ebenso wie der Druck auf sie … und er kommt oft genug von innen und sehr zielgerichtet, wenn man sich beispielsweise ansieht, wie Jeff Bezos, einer der reichsten Männer der Welt, seriösen und kompetenten Journalismus in der Washington Post abwickelt.

Helwin Lesch
Helwin Lesch – (c) Privatsammlung Helwin Lesch;

Helwin Lesch, unser Studiogast in dieser Sendung, ist Medienexperte mit reichhaltiger praktischer Erfahrung unter anderem bei Privatsendern und beim Bayerischen Rundfunk und er hat analysiert, wie große Medienmacht entsteht und wie sie wirkt. Und auch ihr könnt mitwirken, unter der Telefonnummer 089 – 4895 2305 könnt ihr anrufen und eure Fragen stellen oder eure Beobachtungen schildern und einordnen lassen. Man hört sich.

Über Ulrich Seibert 76 Artikel
Redaktion "Die Diktatur des Monetariats"

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